Was ist Plastik und wie vermeide ich Plasikmüll?

Was ist Plastik? 11 einfache Tricks im Alltag Plastikmüll zu sparen

  • Jeder Deutsche produziert durchschnittlich 37 kg Plastikmüll nur aus Verpackungsmüll pro Jahr (Plastikmüll Statistik 2017)
  • Europa belegt ein Viertel des weltweiten Plastik-Verbrauchs. (Plastikmüll Statistik 2016) 35% des weltweiten Plastik-Verbrauchs sind alleine auf Verpackungen zurückzuführen.
  • Eine Plastikflasche benötigt 450 Jahre im Meer, um sich zu zersetzen. Dabei löst sich das Plastik allerdings nur in kleinere, kaum sichtbare Plastik-Teilchen auf. Stichwort Mikroplastik

Das sind sehr große, eindrucksvolle Zahlen. Eigentlich kann ich mir darunter nur bedingt was vorstellen, so gigantisch sind diese Zahlen. Doch um mehr in die Thematik des Kunststoffmülls einzutauchen, möchte ich dir kurz erklären, was Plastik (in der Fachsprache Kunststoff genannt) eigentlich ist.

Wie wird Kunststoff hergestellt ?

Was ist Kunststoff und wie wird es hergestellt ?

Kunststoffe, umgangssprachlich auch Plastik genannt, bestehen aus kleinen chemischen Bausteinen, die sich zu grösseren Strukturen zusammenschliessen. Diese können aussehen wie lange Ketten oder wie ein verflochtenes Netz. Die Bausteine, welche für die Herstellung benötigt werden, werden meistens aus den nicht-erneuerbaren Rohstoffen Erdöl, Kohle oder Erdgas gewonnen. Es können aber auch nachwachsende Rohstoffe, wie Bäume, Mais, Kartoffeln oder andere Pflanzen, als Rohstoffquelle verwendet werden. Solche Kunststoffe nennt man Biokunststoffe.

Kunststoffe werden in verschiedene Gruppen eingeteilt:

Thermoplastik

Dazu zählen unter anderem Einweggeschirr, Plastikbecher. Charakteristisch für Thermoplastik ist, dass diese Art des Kunststoffs leicht schmilzt.

Thermoplastik besteht aus langkettigen, nicht verknüpften Polymere. Hergestellt werden sie über die Polimerisation: Durch Aufbrechen der Doppelbindung von zB Ethen und Zusammenknüpfen mit einem zweiten Ethen entsteht eine lange Kette.

Duroplasten

Zu den Duroplasten zählen unter anderem Steckdosenabdeckungen. Sie sind hart und spröde und schmelzen nicht.

Ihre Herstellung nennt man Polykondensation. Hier entstehend starke Verknüpfung zwischen den einzelenen Monomeren, es bildet sich ein Dreidimensionales Netz. Das Nebenprodukt ist meist Wasser, welches sich abspaltet.

Elastoplasten

Wie der Name schon sagt, zeichnet sie ihre Elastizität aus, ein Beispiel ist der Putzschwamm. Sie bestehen aus Ketten aber auch aus einem grobmascheigen 3D-Netz. Sie sind somit eine Mischung aus Thermo- und Duroplasten.

Nun, da wir jetzt wissen, wie Kunststoff hergestellt wird, interessiert uns natürlich auch noch, was mit dem ganzen Plastikmüll passiert und wie wir ihn vermeiden könnnen.

Was passiert mit dem ganzen Plastikmüll?

Aber wo landet eigentlich unser ganzer Müll, und warum ist es in einigen Ländern Südostasiens nicht so sauber wie bei uns?

Die Antwort wird dich jetzt erschrecken, mich zumindest erschreckt sie immer noch. Viele Länder Südostasiens versinken im Müll! Aber es ist nicht deren eigener Müll, sondern UNSERER !
Reiche Industrieländer wie Großbritannien, die USA, Frankreich, Spanien, Schweden und auch Deutschland verschicken ihren Müll in Länder wie zB Malaysia. Weil sie sich nicht selbst um ihren Abfall kümmern wollen. Und weil sie es sich leisten können, den Müll in Schwellenländer wie Malaysia zu verschicken.

Bei dem Müll handelt es sich um Plastik, das in den Herkunftsländern eigentlich zum Recycling vorgesehen war. Statt den Kunststoffabfall zu recyceln wird dieser in Malaysia oft auf Brachgrundstücken, am Rand landwirtschaftlicher Nutzflächen und in leerstehenden Gebäuden gestapelt oder illegal unter freiem Himmel verbrannt.

Weltweit werden nur neun Prozent aller Kunststoffabfälle umweltgerecht recycelt, zwölf Prozent werden verbrannt. Der Rest verrottet auf oft illegalen Deponien, auf Feldern, in Wäldern, Flüssen und im Meer.

Was tun? Die Flut an Plastikmüll lässt sich nur eindämmen, indem weniger Kunststoffe produziert werden. Und wenn WIR Konsumenten weniger Plastikmüll kaufen und nicht nach einmaliger Benutzung sofort entsorgen.

Mülldeponie

Mülldeponie

Besser spät als nie beginnt die Politik zu handeln:

Nun endlich hat die EU das Verbot für Einwegplastik ausgesprochen. Zeit wird’s… Denn auch wenn ich als Konsument oft daran denke, Plastik zu vermeiden, hin und wieder vergesse ich dann doch drauf. So zum Beispiel diese Woche 3 Pakete (Holzmöbel) geliefert bekommen, und nicht daran gedacht, welche Unmengen an Styropor, Plastikfolien usw zum Schutz der Holzteile mitgeliefert werden. Insgesamt hat das Verpackungsmaterial 2 gelbe Säcke ergeben. Das geht auch anders, und ich hätte daran denken müssen. Oder hätten die Hersteller schon umdenken müssen, weil der Konsument nicht bei jedem Kaufgegenstand alle Einzelheiten auf den Prüfstand stellen kann?

Plastikmüll

Und was können wir Verbraucher tun, um diesem Plastikwahn endlich einzudämmen?

11 einfache Tricks um den täglichen Plastikverbrauch zu minimieren

Plastik weitgehendst aus unserem Alltag verbannen. Sowas geht nicht von heute auf Morgen, von einer kompletten Vermeidung kann sowieso nicht die Rede sein. Aber es gibt einige Dinge, die sich leicht umsetzen lassen.

5 Tricks für weniger Verpackungsmüll im Badezimmer:

  • verwende harte Seifen und Shampoos statt Flüßigseife aus der Tube. Seifen kannst du in Kartonverpackung und auch Verpackungsfrei kaufen
  • Verzichte auf Einwegrasierer und greif stattdessen zum Rasierhobel. Beim Rasierhobel musst nur nur von Zeit zu Zeit die Klinge austauschen. Aus Platik ist da übrigens gar nichts.
  • Verwende statt einer Plastikzahnbürste eine Zahnbürste aus Bambus.
  • Steig von Zahnpasta aus der Plastiktube auf Zahnputztabletten im Papriersäckchen um.
  • Deine nächste Bürste sollte aus Holz und nicht mehr aus Platik bestehen.
Weniger Plastikmüll im Badezimmer

Weniger Plastikmüll im Badezimmer

3 Tricks für weniger Verpackungsmüll in der Küche:

  • Züchte deine eigenen Kräuter, das verhilft dir nicht nur deinen Urban Jungle zu Hause zu vergrößern, es vermeidet Plastikfolien und Plastiktöpfe, in denen gekaufte Kräuter verpackt sind.
  • Kauf dein Obst und Gemüse lose und nicht in Folge eingeschweißt.
  • Kauf nie mehr Plastikdosen zum Aufbewaren. Bestimmt kaufst du dir wieder mal 1l Löffeleis vom Supermarkt um die Ecke. Und siehe da! Sobald deine Eisbox leer und frische gewaschen ist, kannst du sie zweckentfremden und du hast eine neue Dose zum Aufbewaren.
Weniger Plastikmüll in der Küche

Weniger Plastikmüll in der Küche

3 Tricks für weniger Verpackungsmüll unterwegs:

  • Denk daran, dir eine Trinkflasche aus Glas von zu Hause mitzunehmen, und verzichte auf Getränke in der Plastikflasche.
  • Verzichte auf Snacks wie Müsliriegel die einzeln in Plastik eingeschweißt sind. Back dir entweder selbst welche zu Hause oder greif auf Obst und lose Nüsse aus dem Garten zurück!
  • Bring deine eigene Einkaufstasche aus Leinen mit, anstatt im Geschäft nach einer Plastiktüte zu greifen.
Vermeide Plastikflaschen

Vermeide Plastikflaschen

In meinem Artikel 5 einfache Tipps für ein nachhaltigeres Konsumverhalten kannst du dir weitere Tipps für eine nachhaltigere Lebensweise holen.

 

Gerne kannst du in den Kommentaren deine Gedanken zu diesem Thema mit uns teilen, oder uns erzählen, wie du im Alltag versuchst auf Plastik zu verzichten!

ich freue mich, wenn du meinen Beitrag teilst !
0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

*