Feuerwerk und Böller an Silvester, das ist sowas von gestern

Abgesehen davon, dass ich dieses laute Herumgeschieße noch nie leiden konnte, und ich die Lichter am Himmel einfach nur kitschig finde, ists auch noch schlecht für Umwelt, Menschen und Tiere. Wie schlecht Feuerwerk & Co von der Herstellung an, über den Transport, bis hin zum Gebrauch und auch noch am nächsten Tag tatsächlich sind, versuche ich heute kurz zusammenzufassen:

Herstellung

Ein Beruf der einiges an Risiko mit sich bringt: der Feuerwerkshersteller. Jahr für Jahr müssen Menschen während der Herstellung von Feuerwerkskörpern ihr Leben lassen. 2016 starben über 30 Menschen bei einer Explosion auf einem Markt für Pyrotechnik in Mexiko. Im November 2017 wurden 50 Menschen in einer Feuerwerksfabrik nähe Jakarta bei einer heftigen Explosion getötet. Auch heuer starben bereits wieder 24 Menschen, aufgrund von Explosionen in einer mexikanischen Feuerwerksfabrik.

Hauptproduzenten der Feuerwerkskörper sind China und Indien. Mit ihrer Produktion decken sie 97 Prozent des Weltmarktes ab. In Indien arbeiten rund 70.000 Kinder in Feuerwerksfabriken, bis zu 13 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche, zu einem Bruchteil des Lohns eines Erwachsenen. An den Fingern keine Nägel, die Hände verätzt und die Gesichter mit Brandnarben übersäht. Kurz gesagt: Die Arbeitsbedingungen für diese unsinnigen Produkte sind ausbeuterisch, lebensgefährlich, eindeutig menschenunwürdig.

Transport

Zwei von drei in Deutschland abgebrannten Böllern stammen aus China. Der Umweltverband BUND kritisiert den „großen ökologischen Fußabdruck“, den allein der weite Transport des Feuerwerks von China nach Deutschland hinterlässt.

Feinstaubbelastung

Wer glaubt, dass nach Zündung der Silvesterknaller alle Reste des Feuerwerks wieder am Boden laden hat weit gefehlt. Wenn das Schwarzpulver in der Rakete verbrennt, entstehen Kohlendioxid, Schwefeldioxid sowie Ruß, der als Feinstaub in der Luft bleibt. Die winzigen frei werdenden Feinstaub-Teilchen gelangen in die Lunge – und können zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen. Besonders trifft das Menschen, die ohnehin vorbelastet sind. Asthmatiker etwa brauchen dann mehr Medikamente.

Allein in Deutschland werden jedes Jahr fast 5000 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt, der allergrößte Teil davon zu Silvester. Das entspricht etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.

Tiere

Nicht nur Kleinkindern ist diese Knallerei, die bereits eine Woche vor Silvester beginnt, zu laut, auch den Tieren. Vor allem all Jenen von uns, die ein Haustier besitzen, wissen um die Angst der Tiere genau Bescheid und sollten diese so weit es möglich ist von den lauten Geräuschen fern halten.

Aber die lauten und hellen Knalleffekte versetzen natürlich nicht nur Haustiere in Angst und Panik, auch für Wildtiere sind die pyrotechnischen “Highlights” oft lebensbedrohlich. In einer Stellungnahme der Tierrechtsorganisation PETA heißt es dazu: “Wildtiere reagieren besonders empfindlich auf potenzielle Gefahren, denn in der Natur müssen sie ihr Überleben tagtäglich durch Achtsamkeit, Flucht oder Verteidigung sichern. Gerade im Winter müssen unsere heimischen Wildtiere gut mit ihren Kräften haushalten, da sie nur begrenzte Energie- und Nahrungsreserven zur Verfügung haben. Ein hoher Energieverlust durch Störungen oder panisches Flüchten kann lebensbedrohliche Folgen haben. Für die Vögel wird der Himmel vor allem in den Städten zum Inferno. Unter Schock flüchten die Tiere in für sie teilweise ungewöhnliche Höhen, was mit einem großen Energieverlust einhergeht. Rauchschwaden und die hellen Leuchtraketen können zu Desorientierung bei den Vögeln führen, ihnen die Sicht nehmen und sie blenden, sodass sie Hindernissen nicht mehr rechtzeitig ausweichen können.”

Der Morgen danach

Und am Morgen danach dürfen wir dann über die „Feuerwerksleichen“ gehen. Über den ganzen Müll den wir zuerst um teures Geld gekauft haben, dann mit lauten Karacho in den Himmel geballert und für vielleicht 5 Sekunden bestaunt haben. Fürs Wegräumen fühlt sich dann übrigens niemand verantwortlich, und jeder von uns Steuerzahlern darf für die Entsorgungskosten aufkommen. Doch nicht überall fährt die Straßenreinigung oder sie kommt zu spät. Denn genug Tiere glauben der Müll sei Futter und fressen dann die schädlichen Müllreste der Raketen.

Es gibt auch Alternativen!

Schon die Germanen haben mit großen Krach den Jahreswechsel gefeiert. Doch sie verwendeten Rasseln und Peitschen und später wurde mit Pauken und Trompeten das neue Jahr eingeleitet. Wenn du es etwas ruhiger angehen möchtest dann ist vielleicht das Wachsgießen und ein Neujahrsorakel mit selbst gemachten Glückskeksen was für dich. In einigen Regionen werden auch Fackelumzüge organisiert, denn auch Feuer und Rauch sollen böse Geister vertreiben.

Du als Konsument entscheidest mit, ob Kinder weiterhin ausgebeutet werden sollen und mit schlimmen Verletzungen leben müssen. Deine Kaufentscheidung kann zu einer besseren Umwelt beitragen und das Wohl der Tiere schützen. Du entscheidest mit!

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