Bryce Canyon

Bryce Canyon: ein Sonnenaufgang mit Folgen

Der Bryce Canyon Nationalpark befindet sich im Südwesten Utahs – in den USA. Genauer gesagt liegt der Bryce Canyon auf dem Colorado Plateau auf einer Höhe von 2.400 bis 2.700 Metern. Eine Anreise vom Zion National Park dauert mit dem Auto rund 1,5 Stunden. Kommt man allerdings vom Norden, aus dem Capitol Reef National Park, benötigt man eine rund 2,5 Stunden Autofahrt bis zum Bryce Canyon.

 

Was unterscheidet den Bryce Canyon von allen

anderen Canyons (zB.: dem Grand Canyon)?

Der Bryce Canyon wurde nicht durch einen Fluss ausgeschwemmt. Die bizarren Felszapfen erodierten mit Hilfe von Wind und Eis und somit ist der Bryce Canyon genaugenommen gar kein Canyon. Viel besser trifft der Name Amphitheater auf die wunderbaren Gesteinsformen zu. Die Beschreibung Amphitheater bezieht sich auf die halbkreisförmigen Felskessel, welche sich in das Plateau erodiert haben.

Sunrise Point

Sunrise Point

Sonnenaufgang am Sunrise Point im

Bryce Canyon National Park

Auf die vermutlich beeindruckendste Art lernt man den Bryce Canyon im Zuge eines morgendlichen Spaziergangs zum Sunrise Point kennen. Mitte August ist dort der Sonnenaufgang gegen 6:45 Uhr (die genauen Zeiten findest du im Bryce Canyon National Park Guide – die kleine Zeitung bekommt man bei Betreten des Parkes). Recht viel früher muss man nicht beim Sunrise Point eintreffen. Das beeindruckende Erlebnis dauert dann rund 15 Minuten. Wir waren, was die genaue Uhrzeit und die Ausrüstung angeht, leider etwas unvorbereitet. Sind wir doch schon rund eine Stunde früher am Sunrise Point angelangt, und das auch noch ohne dicke Jacke und Schal! Ein fataler Fehler wie uns nach bereits 5 Minuten Stehzeit klar wurde.

Denn wie schon vorhin erwähnt, befindet sich der Bryce Canyon auf rund 2.400 Metern über dem Meeresspiegel. Was zur Folge hat, dass es auch Mitte August, um 6 Uhr Morgens, nur ca. 5°C hatte! Das allein wäre uns ansich kein Problem gewesen, hätten wir, wie alle anderen die sich am Sunrisepoint versammelten, eine Haube auf gehabt und unter der Jacke einen dicken Pullover getragen. So standen wir also mit dünner Hose und sommerlichem Pullover am Sunrise Point und warteten geschlagene 45 Minuten auf den Beginn des Sonnenaufgangs über dem Bryce Canyon. Doch als es dann endlich soweit war, wurde unsere Ausdauer mehr als belohnt. Das Morgenrot der Sonne spiegelte sich an den farbigen Felspyramiden, den sogenannten Hoodos, an der Abbruchkante des Paunsaugunt-Plateaus. Ein Kribbeln durchzog meine vor Kälte zitternden Finger, die den Auslöseknopf der Kamera im Sekundentakt betätigten. Beim Anblick dieses von der Natur erschaffenen Amphitheaters kommt man aus dem Staunen nicht raus. Wäre es nicht so kalt gewesen, wir wären vermutlich noch 2 Stunden stehen geblieben. Und ich hätte noch mehr Fotos vom Sonnenaufgang im Bryce Canyon geschossen. Fotos, in denen ich versucht hätte, die Farbenpracht der bis zu 60m hohen Hoodos mit meiner Kamera einzufangen.

Bryce Canyon

Bryce Canyon

Doch uns war zu kalt und wir mussten endlich zurück zum Auto, in welchem wir uns dank Heizung etwas aufwärmen konnten. Zurück am Bryce Canyon Sunset Campground (rund 10min Autofahrt vom Sunrise Point entfernt) stand uns der Sinn nicht nach einem romantischen Frühstück. Die Kälte zwang uns dazu, uns zu bewegen. Somit packten wir rasch unser Zelt zusammen und zurück im Auto waren wir froh wieder die Heizung  an unseren Beinen zu spüren. Dieser verheerende Fehler, dass wir uns im Bryce Canyon zu sommerlich kleideten, begann im übrigen schon in der Nacht. Dies war wohl die kälteste Nacht die ich je in einem Zelt verbracht hatte. So dringend hätte ich eine Haube benötigt. Ohne Haube blieb mir nichts anderes übrig als mich komplett, samt Kopf in meinem Schlafsack zu verstecken. Und wie so oft, spielte das Leben an diesem Tag Domino. Die Kälte in der Nacht brachte mich um den Schlaf, was dazu führte, dass wir am Morgen viel zu früh am Sunrise Point waren. Nach dem spektakulären Sonnenaufgang war uns noch viel kälter als zuvor und statt einer Besichtigung des restlichen wunderschönen Bryce Canyon National Parks sind wir im warmen Auto sitzen geblieben und haben uns einfach treiben lassen, bis wir unser nächstes Etappenziel, den Capitol Reef National Park, erreichten. (Hier gehts übrigens zu meinem Beitrag 5 ultimative Campingtipps für deinen USA Roadtrip)

Am Schluss noch ein Wort zu den Kosten: der Eintritt in den Bryce Canyon ist mit rund 30$ pro Auto ist erschwinglich. Wer jedoch vor hat, mehrere Nationalparks in den USA zu besuchen, dem empfehle ich in eine Jahreskarte um rund 80$ zu investieren. Diese kann man sich für gewöhnlich vor Ort bei jedem Nationalpark mittels Vorlage eines Reisepasses kaufen. Dieser Annual Pass wird dann bei jeden anderen Nationalpark in Verbindung mit dem Reisepass vorgelegt.

Beim Betreten jedes National Parks (zum Beispiel des Yosemite National Parks oder des Death Valley National Parks) bekommt man übrigens eine kleine Zeitung – den National Park Guide samt Straßenkarte. Darin sind alle für den jeweiligen Park nützlichen Informationen aufgelistet: Infos über Flora und Fauna, Beschreibung verschiedener Wanderrouten, Campingplätze und gegebenenfalls Einkaufsmöglichkeiten.

Zur Planung meines Aufenthalts im Bryce Canyon habe ich die Seite des National Park Service verwendet. Diese Seite kann ich jedem empfehlen der eine Reise in diverse Nationalparks der USA vor hat:
https://www.nps.gov/brca/index.htm

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14 Kommentare
    • smilesnapandtravel says:

      Vielen Dank! Ja ich habe auch einige Jahre gebraucht, bis ich mich endlich in den Flieger nach Amerika setzte. Und jetzt würde ich am liebstn sofort wieder hinüber!
      LG Veronika

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  1. L♥ebe was ist says:

    wow, das schaut ja wirklich nach einem sagenhaften Sonnenaufgang aus :)nur die Nacht im Zelt, hätte man sich wohl lieber sparen wollen … sowas habe ich für einen Sonnenaufgang über dem Himalaya in Nepal auch schon mal erlebt … nur leider war es so vernebelt, dass man die Sonne nicht aufgehen sehen konnte 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

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  2. Conchita says:

    Ein wirklich schöner Park und Danke für Eure Erfahrungen! Ich glaube das sind so Erzählungen und berichte an die man sich immer erinnern wird. Ich hoffe ich mache, sollte ich den Weg zum Bryce Canyon (und in die USA) doch noch finden, diesen Fehler nicht 🙂

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    • smilesnapandtravel says:

      Ja stimmt, an meine wohl kälteste Nacht in einem Zelt werde ich mich immer erinnern können 🙂
      LG Veronika

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    • smilesnapandtravel says:

      Ja ich sage immer: wenn man es nicht selbst gesehen hat, glaubt man es kaum. Die Landschaft in den USA ist atemberaubend und könnte nicht vielfältiger sein!
      LG Veronika

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  3. Die Plaudertasche says:

    Ein wirklich schöner Beitrag und tolle Bilder. Leider war ich noch nie in USA und habe noch gar keinen Canyon live gesehen.

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  4. Avaganza says:

    Ich war schon öfter in den USA unterwegs und habe mir National Parks angeschaut. ich bin jedes Mal fasziniert. Ich kann mir vorstellen wie ihr gefroren habt – da kann es nämlich so richtig kalt sein. Die Fotos sind übrigens traumhaft schön und ich möchte sofort wieder dorthin aufbrechen <3!

    Liebe Grüße
    Verena

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    • smilesnapandtravel says:

      Ich freue mich auch schon auf meine nächste USA – Reise, wenn ich mir noch viel mehr National Parks ansehen kann. Einer ist schöner als der andere, so kommt es mir vor! Schön, dass dir meine Fotos gefallen, das freut mich sehr 🙂
      LG Veronika

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  5. ROSIE says:

    Bisweilen habe ich weder den Bryce noch den Grand Canyon besucht, aber beide sind sicher eine Reise wert und stehen deshalb ganz oben auf meiner Reiseliste! Demnach vielen Dank für die vielen Empfehlungen! 🙂

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    • smilesnapandtravel says:

      Ja der Bryce Canyon ist mindestens so beeindruckend wie der Grand Canyon! Aber die beiden sind so unterschiedlich – ich möchte sie gar nicht miteinander vergleichen. Am besten selber hin, und sich ein Bild machen, beide National Parks werden dir bestimmt gut gefallen!
      LG Veronika

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