nachhaltig Skifahren

3 Tipps für einen nachhaltigen Skiurlaub

Für mich als leidenschaftlicher Skifahrer, wurde es Zeit, mich mit den Folgen des Wintertourismus auseinanderzusetzen. Meine Recherchen will ich nicht für mich behalten sondern mit dir teilen. Denn so nachhaltig ein Heimaturlaub in den Bergen klingt, wirft man einen Blick „hinter die Kulissen“ wird einem schnell klar, wie umweltschädigend dieser Massentourismus im Winter eigentlich ist.

Skigebiete gibt es in Österreich genug. Von überall kommen sie her, die Touristen. Da freut sich die heimische Wirtschaft. Um den Kunden zu halten, werden jedes Jahr neue Lifte gebaut, das Pistennetz ausgebaut und mit dem benachbarten Skigebiet zusammengelegt. Der Kunde will bespasst werden und alles Erdenkliche wird getan um ihn zu halten. Doch wie so oft im Leben hat alles seine Schattenseiten und des einen Freud ist des andren Leid.

Was nun im einzelnen die Folgen des Massentourismus im Winter sind, habe ich kurz zusammengefasst:

Neue Pisten entstehen

Skigebiete werden größer, wachsen zusammen, werden ausgebaut. Neue Pisten entstehen und Parkplatzflächen werden gebaut. Die Natur ringsum wird platt gemacht. Wälder gerodet, Felsen gesprengt, Flüsse umgeleitet. Ein ganz schön großer Aufwand, mit noch größeren Folgen für die Natur.
Der platte Pistenboden ist nicht mehr fähig Regen aufzusaugen – Erdrutsche und Überschwemmungen sind vorprogrammiert. Der davor schützende Wald wurde gerodet und somit vielen Tieren der Lebensraum gestohlen.

Skipisten müssen beschneit werden

Von Oktober bis Mai Skifahren und Boarden, immer auf top Schnee. Ist ja trotz Klimaerwärmung selbst in niedrigen Lagen möglich, dank Schneekanonen. Doch genau diese Schneekanonen verbrauchen nicht nur große Mengen an Energie, sie sind auch eine große Belastung für Flüsse und Seen. Pro Hektar wird bei künstlicher Beschneiung jährlich etwa eine Million Liter Wasser verbraucht. Das entspricht dem Bedarf einer Großstadt wie Hamburg. In den Alpen führen einige Flüsse schon bis zu 70 Prozent weniger Wasser als vor Einführung der Schneekanonen.

Auswirkungen auf die Tierwelt

Schneekanonen werden vor allem in den Abendstunden zum Einsatz gebracht. Die Lärmbelästigung ist zu vergleichen mit einer stark befahrenen Straße. Dieser Lärm stört Wildtiere in ihren Ruhephasen.
Aber auch wer den Massentourismus meidet und meint abseits von Skirouten sein Schneeabenteuer suchen zu müssen, greift massiv in den Lebensraum der Tiere ein. Denn Skifahrer und Schneewanderer bemerken die Tiere meist gar nicht und dennoch versetzen sie diese in Angst und Schrecken. Viele Tiere verlangsamen ihren Stoffwechsel im Winter, um so auch mit weniger Nahrung die kalte Jahreszeit zu überstehen. Sie benötigen vor allem eines: Stressfreie Monate, in welchen sie nicht vom Menschen gehetzt werden, ihr Versteck verlassen müssen und ihre Energiereserven verbrauchen müssen. Denn das hat womöglich eines zur Folge. Den Erschöpfungstod. Betroffen sind davon vor allem Gämse, Steinböcke, Rehe, Rotwild, Schneehasen und viele Vogelarten.

Skifahren innerhalb der Markierungen

Skifahren innerhalb der Markierungen

Die Alpen: ein einzigartiges Ökosystem das geschützt werden muss

Die Natur der Alpenregion ist vielfältig und einzigartig, ein wichtiger europäischer Hotspot an Biodiversität. Zu den etwa 13.000 Pflanzenarten zählen seltene Arten wie Edelweiß, Alpenrose oder Enzian. Das Besondere vieler Alpenpflanzen ist, dass sie sich angepasst haben an Wind, Kälte, Schnee, nährstoffarme und steinige Böden, intensive Sonnenbestrahlung und kurze Vegetationsperioden. Nicht nur Pflanzen, auch Tiere haben sich an die hohe Berglage angepasst. Etwa 30.000 Tierarten leben in den Alpen. Zu ihnen zählen zum Beispiel die Alpenfeldermaus und die bayrische Feldmaus, die allein in den Alpen vorkommen. Bekanntere typische Alpentiere sind Königsadler, Luchs, Gams, Schneehase oder auch das Alpenmurmeltier.
Das Leben in unseren Bergen ist bitter, gnadenlos aber vor allem wunderschön und schützenswert!

3 Tipps für einen nachhaltigeren Skiurlaub

Trotzdem bist du wie ich leidenschaftlicher Skifahrer und du willst unter keinen Umständen darauf verzichten? Dann habe ich ein 3 Tipps für dich, wie du deinen Winterurlaub nachhaltiger gestalten kannst:

1) Umweltfreundlich anreisen

Die meisten Urlauber reisen ungefähr zur selben Zeit an. Stau ist vorprogrammiert, denn alle fahren mit dem Auto. Nimm doch mal die Bahn! Diese bietet auch oft Kombitickets an, in welchen der Skipass im Bahnticket inkludiert ist.

2) Eine durchgehende Woche, statt 7 einzelne Tage skifahren

Das ständige Hin- und Herfahren kostet nicht nur Zeit und Geld, es belastet auch die Umwelt. Entscheide dich lieber für eine durchgehende Woche in den Bergen, als immer wöchtentlich für jeweils nur einen Tag lange An- und Abreisen zu unternehmen.

3) Bleib auf der Piste

Ein unbefahrener Tiefschneehang. Gibts denn was schöneres für einen abitionierten Geländeskifahrer? Ich gestehe: NEIN! Genau diese unverspurten Gebiete suchen wir leidenschaftlichen Skifahrer doch alle. Aber bitte nur innerhalb makierter Pisten und Skirouten! Denn irgendwo durch den Wald rasen, nur um eine Spur für sich alleine ziehen zu können, schadet nicht nur der Tier und Pflanzenwelt (vor allem Jungbäume leiden darunter). Sollte der Skifahrer einen Unfall haben, wirds auch für die Rettung schwierig ihn zu finden, falls überhaupt jemand dabei ist, der die Rettung verständigen kann.

Mit diesen Tipps wünsche ich uns eine nachhaltiger und vor allem auch unfallfrei durch die Skisaison 2019 zu kommen!

Pistengaudi

Pistengaudi

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10 Kommentare
    • smilesnapandtravel says:

      Das ist eine gute Frage, die Höchstanzahl an Pisten sollte langsam mal erreicht sein!
      Ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefällt!
      Liebe Grüße, Veronika

      Antworten
  1. Avaganza says:

    Du hast recht! Es ist Zeit sich auch über dieses Thema Gedanken zu machen – danke dafür! Ich war immer ein großer Skifan … aber nach meinen Knie-OPs bin ich nur mehr selten auf Skien. Leider sehe ich dabei auch immer wieder wie Skifahrer ganz bewusst die Piste verlassen und im Wald alles niederfahren. Traurig.

    Liebe Grüße

    Antworten
    • smilesnapandtravel says:

      Wenn wir (meine Familie und ich) solche Leute erwischen, klären wir sie auf, dass das nicht erlaubt ist, und warum sie es lassen sollten in den Wald zu fahren. Doch den meisten ist das egal. Das sind dann wohl die selben, die trotz Lawienenwarnstufe ins Gelände rausfahren. Traurig ist dann das richtige Wort dafür!

      Liebe Grüße

      Antworten
  2. Antje M. says:

    Leider muss es heute immer actionreicher und höher, schneller, weiter gehen, viele sind sich der Gefahr für die Umwelt überhaupt nicht bewusst. Wintersport ist eine wundervolle Freizeitbeschäftigung, doch man sollte die Regeln befolgen.

    Antworten
  3. Ina says:

    Ein guter Artikel! Darüber sollte sich jeder Skifahrer seine Gedanken machen, denn das ist so wichtig. Uns betrifft es jetzt eher nicht, denn wir sind keine Skifahrer.

    LG aus Görlitz
    Ina

    Antworten
  4. Angela says:

    Ich finde es toll, dass du das Thema besprichst. Ich bin früher mal Ski gefahren, dann lange nicht, und seit ein paar Jahren fange ich nur deshalb nicht wieder mit Abfahrt an, weil es so umweltschädigend ist. Meine Fliegerei ist schon schlimm genug, aber auf die kann ich nicht verzichten. Aufs Abfahrtskifahrer schon. Langlaufen, Rodeln und Winterwandern ist genauso schön. Und dafür müssen weder Lifts noch Beschneiungsanlagen her.
    Liebe Grüße
    Anela

    Antworten
    • smilesnapandtravel says:

      Liebe Angela,
      vielen dank für deinen tollen Kommentar!
      ich muss dir vollkommen recht geben: Langlaufen, Rodeln und Winterwandern ist genauso schön und dafür müssen wenigstens keine Lifte gebaut werden. Auch die Beschneiung sollte dafür wegfallen.
      Ich habe mich wohl vorerst dafür entschieden nicht mehr jedes Jahr Skifahren zu gehen, stattdessen nur mehr alle 2-3 Jahre. Hilft nicht viel, aber wenn alle mitmachen würden, würde sich die Lage bestimmt verbessern. Aber allein schaffen wir das leider nicht – kein Grund aufzugeben !
      Liebe Grüße,
      Veronika

      Antworten

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