Herbstwanderung zur Pasterze des Großglockners

Pasterzenweg: Margaritzen Speicher

Nationalpark Hohe Tauern

Der Nationalpark Hohe Tauern zählt mit 1.856 km² Fläche zu den größten Nationalparks Europas und zu den großartigsten Hochgebirgslandschaften der Erde.

Er birgt die mächtigsten Gipfel Österreichs sowie die größten Gletscherflächen der Ostalpen. 342 Gletscher prägen das Landschaftsbild des Nationalparks Hohe Tauern. 10 % (173 km²) des Parks sind vom Gletschereis bedeckt (Stand 2015).

Gletscher entstehen dort, wo die sommerlichen Temperaturen nicht ausreichen, um den im Winter gefallenen Schnee wieder abzuschmelzen. So lagern sich Jahr für Jahr Schneeschichten übereinander, welche sich nach der Umwandlung in Firn durch zunehmenden Druck zu Eis verfestigen. Somit ist Gletschereis kein starrer Körper und fließt als zähe Masse der Schwerkraft folgend zu Tal. Durch das Überfließen von Geländekuppen entstehen Zerrkräfte, welche sich durch das Aufreißen von Spalten entladen.

Hochalpenstraße
Hochalpenstraße

Obwohl sich die Gletscher der Alpen seit Jahrzehnten im Rückzug befinden, beherbergen die Hohen Tauern noch heute eindrucksvolle Schätze des Eisgebirges:
Wie zum Beispiel den Pasterzengletscher, mit 9 km Länge und fast 19 km2 Fläche, der größte Einzelgletscher Österreichs.

Großglockner Hochalpenstrasse

Die insgesamt 48 km lange Passstraße führt mit 36 Kehren tief hinein ins Zentrum des größten Nationalparks Österreichs, dessen 1.800 km² großes Gebiet sich auf die Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten erstreckt. Der höchste Punkt der Gebirgsstraße ist die Edelweißspitze, die auf knapp über 2.500 m liegt. Zahlreiche Dreitausender öffnen sich dem staunenden Blick, aber der Größte von allen ist der Großglockner. Mit 3.798 m überragt der markante Berg die gesamte Region und ist gleichzeitig der höchste Gipfel der Alpenrepublik. Jedes Jahr zieht es Besucher aus aller Welt auf die Großglockner Hochalpenstraße ins Zentrum des Nationalparks.

Hochalpenstraße
Hochalpenstraße

Die Alpenstraße führt durch mehrere Vegetationszonen – von der Bergwiese bis hinauf ins ewige Eis.

Öffnungszeiten:

Anfang Mai bis Anfang November jeweils ab 6:00 Uhr bis mindestens 19:30 Uhr.

Wanderung: Gletscherweg Pasterze und Gamsgrubenweg

Diese beiden Wege kombiniert sind geradezu „Klassiker“ der Nationalpark-Wege. Ohne nenneswerte Schwierigkeiten leiten sie ins Herz des Nationalparks, zum Pasterzengletscher am Fuße des Großglockners, des höchsten Berges Österreichs.

  • Schwierigkeit: mittel
  • Ausgangspunkt: Alpincenter Glocknerhaus (Parkplatzmöglichkeit)
  • Beste Wanderzeit: Juli, August, September, Oktober
  • Gehzeit: gute 5 Stunden
Pasterzenweg
Gletscherweg Pasterze

Gletscherweg Pasterze:

  • Vom Glocknerhaus durchs „Glocknertor“ steigen wir vorerst über Almwiesen ab.

    Glocknertor
    Glocknertor
  • Über die beiden Staumauern überqueren wir den Margeritzenspeicher.

    Margaritzenstaudamm
    Margaritzenstaudamm
  • Wir gehen dem See entlang rechts haltend durch ein kleines Tal hinauf zum Elisabethfelsen mit dem eindrucksvollen „Steinzeichenplatz“.
  • Kurz bergab zur Hängebrücke über die tosende Möllschlucht.

    Brücke über die Möllschlucht
    Brücke über die Möllschlucht
  • Um den sedimentgefüllten Sandersee herum, über Felsstufen und Gletschermoränen zum Weg, der zur Talstation der Gletscherbahn führt.
  • Dort können wir einen Abstecher auf den gesicherten Bereich des Pasterzengletschers machen. Danach beginnt der steile Anstieg zur Franz-Josefs-Höhe, den man sich durch Benützung der Gletscherbahn um ca. 1/2 Stunde verkürzen kann.

    Pasterzengletscher
    Pasterzengletscher

Gamsgrubenweg:

  • Von der Franz-Josefs-Höhe durch ein gut sichtbares Portal zum Gamsgrubenweg.
  • 800m durch 6 Tunnels, die vor Steinschlag schützen und gleichzeitig als Ausstellung dienen.

    Tunnel Gamsgrubenweg
    Tunnel Gamsgrubenweg
  • Danach in geringer Steigung mit fantastischer Aussicht auf den Gletscher und in die gewaltige Großglockner-Nordseite. Vorbei am Sonderschutzgebiet „Gamsgrube“ (Weggebot!), wo sich Murmeltiere und häufig auch Steinböcke beobachten lassen.

    Gamsgrubenweg
    Gamsgrubenweg
  • Weiter bis zum Aussichtsplatz Wasserfallwinkel. Von hier gleich zurück zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.
  • Der Weg zurück zum Auto führt über den „Parkplatz Sattel“. Von dort führt eine steiler nicht markierter Weg über die Wiese hinunter bis zum Glocknerhaus.

    Rückweg zum Glocknerhaus
    Rückweg zum Glocknerhaus

Tipp: Auch kann man per Bus (Postbusse von Mitte Juni bis Mitte September) zurück zum Glocknerhaus gefahren werden.

Mehr spannende Infos und tolle Fotos rund um die Wanderung

Die Margaritze ist eine Talwanne, die von der Pasterze ausgeformt wurde, und durch deren Rückgang nach Beginn des letzten Jahrhunderts eisfrei geworden ist. Dieser Stausee ist heute Teil der Speicherkraftwerke Kaprun.

Margaritzenspeichersee
Margaritzenspeichersee

Möllschlucht:

Möllschlucht
Möllschlucht

Die Pasterze – der größte Gletscher der Ostalpen – ist das Ziel des grandiosen „Gletscherwegs Pasterze“: umgeben von prächtigen Firngipfeln wälzt sich der insgesamt 9 km lange Eisstrom über einen gewaltigen Gletscherbruch – den sogenannten „Hufeisenbruch“ – bergab, um aus der mächtigen Zunge des Gletschers die Wasser des jungen Möllflusses freizugeben.

Blick auf den Möllfluss und die Pasterze
Blick auf den Möllfluss und die Pasterze

Einen Weg wie den Gamsgrubenweg gibt es nicht zweimal: bequem, breit und ohne wesentliche Steigungen führt dieser Panoramaweg oberhalb des imposanten Gletscherstromes der Pasterze, genau gegenüber des alles überragenden Großglockners, mitten hinein in das Herz des Nationalparks!

Blick auf den Großglockner vom Gamsgrubenweg
Blick auf den Großglockner vom Gamsgrubenweg

Wenn auch du wanderbegeistert bist und die Stille in einem Nationalpark suchst, interessiert dich bestimmt auch mein Bericht über die Gotzenalm im Nationalpark Berchtesgaden.

(Quelle/Zugriff: https://www.bergfex.at/sommer/kaernten/touren/wanderung/26590,gletscherweg-pasterze-mit-gamsgrubenweg/ [22.10.2017]

(Quelle/Zugriff: www.hohetauern.at [22.10.2017])

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8 Kommentare

  1. Hach, die liebe Natur! Ich lese solche wunderbaren Berichte zu gerne und freue mich, wenn ich die Tage endlich frei habe! Dann werde ich sicherlich auch den einen oder anderen Berg besteigen 🙂 Aber mit dem Skilift!
    Liebe Grüße,
    Alexandra

    1. Mit dem Skilift – das hört sich super an! Aufs Skifahren freue ich mich nämlich auch schon sehr.
      Danke für deinen netten Kommentar – ich freue mich sehr, wenn dir mein Bericht gefallen hat 🙂
      LG Veronika

    1. Liebe Tina,
      nach Nepal, da möchte ich auch mal hin! Bis es soweit ist, gebe ich mich halt mit den Alpen zufrieden 😉
      LG Veronika

    1. Liebe Cindy,
      ist ja wahnsinn, was du am Großglockner erlebt hast! Naja meine Wanderung ist für dich vermutlich zu wenig Herausforderung, aber die Landschaft würde dir bestimmt gut gefallen! Vielleicht kommst du ja wieder mal in die Gegend – vermutlich lässt sich meine Wanderung auch als Berglauf durchführen, kannst du ja mal testen.
      LG Veronika

  2. Hi,

    ein wunderbarer Beitrag! Ich fahre so gut wie jedes Jahr nach Kärnten und kenn den Großglockner bzw die Hochstrasse inn und auswendig! Einfach wunderschön dort, auch wenn man den Gipfel nur sehr selten zu sehen bekommt.

    Lg
    Steffi

    1. Hi Steffi,
      danke für deinen Kommentar! Ich muss leider zugeben, ich fahre nicht so oft nach Kärnten – vielleicht sollte ich das ändern 😉
      Aber die Großglocknerhochalpenstrasse habe ich jetzt auch schon zum zweiten mal besucht – und da wird man sich auch bei häufigeren Besuchen nicht satt sehen können.
      LG Veronika

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